(bs) “Musik allein ist die Weltsprache und braucht nicht übersetzt zu werden“ mit diesen Worten des Schriftstellers Berthold Auerbach begrüßte Meike Häuser, Vorstandsmitglied des GV Harmonie, die Konzertbesucher im ausverkauften Gambacher Bürgerhaus. Den musikalischen Auftakt des Abends übernahmen sodann auch gleich die Frauenstimmen des Harmonie-Chores mit dem Stück „Bald prangt den Morgen zu verkünden“ aus der Mozart-Oper „Die Zauberflöte“. Hervorragend von Chorleiter und Tenor Daniel Sans vorbereitet konnte der Frauenchor in Begleitung des Prima Vista Salonorchesters schon zu Beginn Akzente setzen. Die Sopranistin Gabriele Hierdeis setzte mit Paminas „Ach ich fühl es“ einfühlsam das begonnene Singspiel fort. Mit Sarastros „O Isis und Osiris“ spann der Bass-Solist Peter Beseler den Bogen weiter, bevor die Männerstimmen des gemischten Chores als „Priesterchor“ Mozarts Zauberoper vollendeten. Wahrlich leise und mit viel Gefühl entführte anschließend der gemischter Chor die Gäste mit dem aus der Feder von Carl Maria von Weber stammenden Stück „Leise, leise fromme Weise“ in die romantische Oper „Der Freischütz“. Hier bereits stellte man fest, dass die Kommunikation zwischen Chorleiter und Tenor Daniel Sans sowie den Akteuren des Abends stimmte. Mit dem ebenfalls sehr emotionalen Stück „Schon die Abendglocken klangen“ von Conradin Kreutzer aus dem „Nachtlager von Granada“ war eine wunderbare Einigkeit und Aufmerksamkeit von Chor und Orchester bis zum letzten Ton zu spüren. Der Blick ins Publikum verriet auch hier viel Spannung. Der seit 2005 bestehende After-Work Chor der Harmonie stand in ihren Vorträgen dem großen Chor in nichts nach. Bei der Auswahl der Stücke für den kleinen Chor bewies Daniel Sans auch hier wieder einmal ein gutes Händchen. Wenn auch der eine oder andere nicht unbedingt mit dem Namen des Komponisten Friedrich von Flotow etwas anfangen konnte, dessen Werke sind jedoch umso bekannter. Der „kleine“ Chor der Harmonie intonierte das berühmteste Stück „Letzte Rose“ aus der Oper „Martha“ brillant. Zusammen mit dem After-Work Chor besangen dieser dann abwechselnd mit Chorleiter und Tenor Daniel Sans, der den Solopart übernahm, das aus der Hand von Wilhelm Kienzl stammende „Selig sind die Verfolgung leiden“ aus der Oper „Der Evangelimann“. Spätestens hier kam Gänsehaut-Atmosphäre auf. Denn es passte einfach alles: Chor, Solist und natürlich nicht zu vergessen das absolut professionelle Prima Vista Salonorchester von Albrecht Schmidt. Höhepunkt des ersten Teiles aber war Richard Wagners „Pilgerchor“ aus „Tannhäuser“, das schon eine ganz besondere Herausforderung für einen Laienchor darstellt. Aber der gemischte Chor konnte auch hier glänzend überzeugen und sich mit einem überaus zufriedenen Chorleiter in die verdiente Pause verabschieden. Den zweiten Teil des glanzvollen Abends eröffnete das Salonorchester Prima Vista. Konzentriert präsentierten die Musiker aus der Oper „Cavalleria Rusticana“ des italienischen Komponisten Pietro Mascagni das Stück „Intermezzo Sinfonico und bewiesen damit ihre Klasse. Ausdrucksstark und mit großer Hingabe überzeugte die Sopranistin Gabriele Hierdeis mit der italienischen Arie „O mio babbino Caro“ aus der Oper „Gianni Schicchi“ von Giacomo Puccini. Ein Raunen ging durch die Reihen des Bürgerhauses, als der Gemischte Chor mit dem „Gefangenenchor“ aus der Oper „Nabucco“ angekündigt wurde. Dieses absolute Highlight der Opernwelt wurde vom gemischten Chor mit überaus großer Einfühlsamkeit und Präsenz vorgetragen. Die Besucher konnten nur noch Staunen über das, was ihnen hier geboten wurde.
Den Operettenteil eröffnete ebenfalls das Prima Vista Salonorchester präzise und spannend mit dem aus der Feder Franz Lehars´ stammenden „Gold und Silber. Aus „Guiditta“, der letzten Operette, die Franz Lehar komponierte, hatten sich der Gemischte Chor zusammen mit ihrem Chorleiter Daniel Sans der Arie „Freunde, das Leben ist lebenswert“ angenommen. Die Solistellen gab Daniel Sans in gewohnter Manier selbst zum Besten, während der Chor entsprechend begleitete. Auch dies wiederum eine gelungene Mischung. Lehars erfolgreichste und bekannteste Operette „Die Lustige Witwe“ durfte natürlich bei diesem Konzert im Repertoire nicht fehlen. Die Sopranistin Gabriele Hierdeis hatte daraus das „Vilja-Lied“ gewählt und begeisterte das Publikum ein weiteres Mal mit ihrer Interpretation und Ausdrucksfähigkeit. Zu einem der Spätwerke Lehars gehört das Stück „Das Land des Lächelns“. Dieses zeichnet sich besonders durch seine farbenreiche und exotischen Klangakzente aus. Sopranistin Gabriele Hierdeis und Tenor Daniel Sans hatten sich aus dieser àromantischen Operette für das Stück „Tee à deux“ entschieden. Überzeugend in Musikalität und professioneller Ausstrahlung ließen sie gemeinsam das Publikum träumen. Eine hinreißende Darbietung, die man hier erleben durfte. Ebenfalls nicht fehlen an diesem Abend durfte selbstverständlich die Musik der Strauss-Familie. Mit der von Johann Strauss (Sohn) komponierten „Tritsch, tratsch Polka“ konnte das Prima Vista Salonorchester in seiner optimalen Besetzung um ein weiteres Mal restlos überzeugen und verlieh mit seinem besonderen Klang dem ganzen eine entsprechende Kammer musikalische Note. Den Abschluss dieser besonderen Veranstaltung bildeten dann der Gemischte Chor und Tenor Daniel Sans mit dem Champagner-Couplet „Im Feuerstrom der Reben“ aus dem Strauss-Stück „Die Fledermaus“. Nach Verklingen des letzten Tones war das Publikum nicht mehr auf den Stühlen zu halten. Mit stehenden Ovationen und langem Applaus belohnten sie die Mitwirkenden dieses außergewöhnlichen Abends für ihre Leistung. Als Dankeschön für die tatkräftige Unterstützung zum Gelingen dieser Veranstaltung sangen der große Chor und die beiden Solisten Gabriele Hierdeis und Daniel Sans aus der Lehar-Operette „Die Lustige Witwe“ gemeinsam das Duett „Lippen schweigen“. Und zum guten Schluss ließen die Harmonie-Sängerinnen und Sänger nochmals den „Pilgerchor“ aus Wagners „Tannhäuser“ kraftvoll erklingen. Hier zog der Chor noch einmal alle Register seines Könnens. Rundum glücklich, zufrieden und auch mitunter leicht beschwingt bedankte sich das Publikum mit nicht enden wollendem Applaus bei allen Akteuren. Ein voll auf gelungener Abend mit einem glücklichen Daniel Sans, dem die musikalische Gesamtleitung des Abends oblag.
Er meisterte diese Herausforderung mit Bravour und führte die Akteure zu wahren Höchstleistungen und souverän durch das Programm. Chor, Solisten und nicht zu vergessen das starke Prima Vista Salonorchester boten ein Programm, das der „Faszination Musik“ alle Ehre machte.